Nun, bis 1914 ging ja alles relativ gut, aber mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges endete die gute alte Zeit. Die Zeit bis zur Machtergreifung eines „Heil-Du-ihn“ und bis hin zur „Befreiung“ im Mai 1945 blende ich jetzt mal aus. Von Wichtigkeit ist hier nur, dass nach dem Untergang des deutschen Kaisertums die Weimarer Republik die Bezeichnung Deutsches Reich beibehielt. Selbst als der große Verführer der Nation die Regierungsgeschäfte übernahm, und das bundesstaatliche Element durch Gleichschaltung der Länder entfiel, war das Deutsche Reich noch immer in aller Munde.

Nun, durch den Anschluss Österreichs, und einem Größenwahn geschuldet, manifestierte sich als Eigenbezeichnung der Begriff „Großdeutsches Reich“. Auch fiel die Bezeichnung „Tausendjährige Reich“, was mit der christlichen Heilserwartung zu tun hatte. Die Erwartung, dass nach dem Ende der Zeit das tausendjährige Friedensreich Christi errichtet wird, war auch in aller Munde. Übrigens, Hitler lehnte diese religiöse Assoziation ab, verkündete aber mit Vorliebe bei seinem Parteitagsgequatsche, dass es in den nächsten tausend Jahren keine solche Revolution mehr in Deutschland geben wird. Nach dem deutschen Angriff am 10. Mai 1940 im Westen ließ er sich dann noch dazu hinreißen, dass damit das deutsche Schicksal „für die nächsten tausend Jahre“ bestimmt ist.” [7]

Und, war das vielleicht das Ende des Deutschen Reichs? Und war das auch das Ende der Reichsbürger? Mitnichten! Um das zu verstehen, musst Du Dir nun unbedingt folgende Worte ganz fett hinter die Ohren schreiben:

„Die Bezeichnung „Drittes Reich“ ist in der Geschichte des Deutschen Reiches eine irrtümlicherweise oft gebrauchte Bezeichnung für die Zeitspanne zwischen der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 und der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945. Das Wort „Drittes Reich“ soll den nationalsozialistischen deutschen Staat als Nachfolger des Heiligen Römischen Reichs (1. Reich) und des Bismarck-Reichs (2. Reich) kennzeichnen. Jedoch bedarf ein „Reich“ seiner Ausrufung und seiner eigenen, neuen Verfassung. Beides war beim „Dritten Reich“ jedoch nicht der Fall gewesen. Es wurde weder proklamiert, noch wurde eine neue Verfassung angenommen. Die „Neue Weimarer Reichsverfassung“ von 1919/20 blieb nämlich bis über das Kriegsende hinaus gültig, war jedoch durch die Notstandsgesetzgebung nur noch teilweise in Kraft, und in einigen Teilen abgeändert worden.“ [7]

Hab ich Dich jetzt verwirrt oder einfach nur überrascht? Schön, dann lass mich, um den Knoten „Deutsches Reich“ und „Reichsbürger“ zu lösen, gleich weitermachen. Nein, ich möchte nun erst einmal etwas ganz Wichtiges hervorheben, nämlich dass nach der Gründung des Verwaltungskonstrukts BRD dem Deutschen Volk lediglich ein Grundgesetz zufiel. Und nun halte Dich fest! Daran hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert. Noch immer wartet das Deutsche Volk auf die Verwirklichung des Artikel 146 Grundgesetz, welches da heißt:

„Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ [8]

So, und jetzt darfst Du mich Reichsbürger nennen. Nein, das ist, wie ich gleich zeigen werde, halt auch nur ein Witz! Die Wahrheit ist ver —- rückt! Deshalb erst einmal zu den weiteren Fakten!