Angela Merkel im Jahr 2015 die Grenzen öffnete und Deutschland mit
Millionen von Migranten flutete, beklatschten das Politik und Medien als
humanitären Akt. Die Agenda hinter Merkels Handeln ist allerdings eine
andere. Es geht um nichts Geringeres als um die vollständige Zerstörung
der europäischen Nationalstaaten und deren Völker, sowie die Schaffung
eines paneuropäischen Superstaats. Um diesen Zusammenhang verstehen zu
können, muss man sich mit dem Beginn der sogenannten europäischen
Integrationsbewegung und ihrer geistigen Vordenker beschäftigen: Dem
Österreicher Richard Graf Coudenhove-Kalergi und dem Franzosen Jean
Monnet.

I. Richard Graf Coudenhove-Kalergi

Coudenhove-Kalergi
trat schon 1922 mit seiner Pan-Europa-Idee hervor, die er 1924 in einem
Buch publizierte. Darin propagierte er die „Vereinigten Staaten von
Europa“, einen zentralen Bundesstaat, der von einem neuen geistigen Adel
geführt werden sollte. Im selben Jahr gründete er die Paneuropa-Union,
um dieses Ziel organisatorisch zu verfolgen. Das traf offenbar in
Amerika auf ähnliche Gedanken. So wurde er nach eigenen Angaben schon
1924 auf Anregung von Louis Rothschild von den Finanzmagnaten Max
Warburg „mit 60.000 Goldmark zur Ankurbelung der Bewegung während der
drei ersten Jahre“ unterstützt. Durch dessen Vermittlung traf er sich in
Amerika mit den Finanziers Paul Warburg und Bernhard Baruch. („Ein
Leben für Europa“, Seite 124–125)

In seinem 1925 erschienenen Buch
„Praktischer Idealismus“ bezeichnete Kalergi die Demokratie als „ein
klägliches Zwischenspiel“ zwischen zwei aristokratischen Epochen, der
des Blutadels und des neuen, von jüdischem Geist geprägten Geistesadels.
Die moderne Demokratie durchschaute er als praktisches Instrument der
Plutokratie:

„Heute ist Demokratie
Fassade der Plutokratie: weil die Völker nackte Plutokratie nicht
dulden würden, wird ihnen die nominelle Macht überlassen, während die
faktische Macht in den Händen der Plutokraten ruht. In republikanischen
wie in monarchischen Demokratien sind die Staatsmänner Marionetten, die
Kapitalisten Drahtzieher: sie diktieren die Richtlinien der Politik, sie
beherrschen durch Ankauf der öffentlichen Meinung die Wähler, durch
geschäftliche und gesellschaftliche Beziehungen die Minister. … Die
Plutokratie von heute ist mächtiger als die Aristokratie von gestern:
denn niemand steht über ihr als der Staat, der ihr Werkzeug und
Helfershelfer ist.“

Ihm schwebte vor, den „plutokratischen
Demokratismus“ durch die Aristokratie eines neuen Geistesadels zu
ersetzen, in der die verschiedenen Völker in einer „eurasisch-negroiden
Zukunftsrasse“ aufgehen sollen (S. 22, 23).

Im April 1948 lud Kalergi in New York zu einem Kongress ein, auf dem das American Committee for a United Europe (ACUE)
gegründet wurde. Geschäftsführer wurden die berüchtigten
US-Geheimdienst-Bosse: William „Wild Bill“ Donovan und Allan Dulles. Die
Finanzierung übernahmen die Ford Foundation, die Rockefeller-Stiftung und weitere regierungsnahe Unternehmensgruppen.

Das Committee unterstützte die Europäischen Bewegung, die im Juli 1947 von Winston Churchill und Duncan Sandys initiiert wurde und vom 7. bis 11. Mai 1948 den Haager Europa-Kongress
in Den Haag veranstaltete, an dem unter dem Vorsitz Churchills über 700
Delegierte aus ganz Europa und Beobachter aus den USA und Kanada
teilnahmen. Damit gelang die entscheidende Weichenstellung für die
Gründung der Europäischen Bewegung. Man arbeitete an einem Entwurf für
eine Verfassung der Vereinigten Staaten von Europa und gründete 1948 durch den Vertrag von London den Europarat, eine internationale europäische Organisation von heute 47 Staaten, in der wiederum Kalergi einen großen Einfluss ausübte.

Das
American Committee for a United Europe (ACUE) war bis in die
1960er-Jahre ein wichtiger Geldgeber der Europäischen Bewegung (50%),
der Union Europäischer Föderalisten (UEF) und besonders deren European Youth Campaign (100 %). Damit konnte Einfluss auf die Führer der „Europäischen Bewegung“ Robert Schuman, Paul-Henri Spaak und Józef Retinger genommen werden.

Das
ist der Humus der hauptsächlichsten internationalen Organisationen,
welche die heute bis zur EU entwickelte europäische
Integrations-Organisation in Gang gebracht haben, weiter begleiten,
fördern, unterstützen und vorantreiben. Ein kleines Beispiel: 2012 wurde
überraschend der Friedensnobelpreis an die EU verliehen, offenbar wegen
des „friedenstiftenden“ Euros, der in immer mehr EU-Staaten die
Menschen verzweifelt auf die Straßen und die Völker auseinander treibt.
Ein englischer Kritiker meinte, warum sie nicht auch noch wegen der
großartigen „Euro-Rettungspolitik“ den Wirtschaftsnobelpreis erhalten
habe. Wie kam es zu dieser Preisverleihung? Der Vorsitzende des
Nobelpreiskomitees, der Norweger Th. Jagland, ist gleichzeitig
Generalsekretär des „Europarates“, also der großen europäischen, von
amerikanischen Geheimdiensten mitfinanzierten EU-Förderorganisation, die
so eng mit ihr verbunden ist, dass sie dieselbe Flagge und Hymne
verwendet. Die EU hat sich also, dank CIA, den Friedensnobelpreis quasi
selbst verliehen.

Winston Churchill hatte schon 1946 in einer Rede
an der Universität Zürich vor Studenten „eine Art Vereinigte Staaten
von Europa“ gefordert, d. h. er las ein Manuskript vor, das Kalergi für
ihn geschrieben hatte (s. Wikipedia). Am 14.5.1947 verriet Churchill in
einer Rede in London noch tiefere angloamerikanische Ziele mit Europa:

„Wir
geben uns natürlich nicht der Täuschung hin, dass die Vereinigten
Staaten von Europa die letzte und vollständige Lösung aller Probleme der
internationalen Beziehungen darstelle. Die Schaffung einer
autoritativen, allmächtigen Weltordnung ist das Endziel, das wir
anzustreben haben. Wenn nicht eine wirksame Welt-Superregierung
errichtet und rasch handlungsfähig werden kann, bleiben die Aussichten
auf Frieden und menschlichen Fortschritt düster und zweifelhaft. Doch
wollen wir uns in Bezug auf das Hauptziel keiner Illusion hingeben: Ohne
ein Vereinigtes Europa keine sichere Aussicht auf eine Weltregierung.
Die Vereinigung Europas ist der unverzichtbare erste Schritt zur
Verwirklichung dieses Zieles.“

Hier klingt auf, was sonst
mehr verklausuliert unter dem Namen „Neue Weltordnung“ als „Eine Welt“
angestrebt wird und überall da bemerkbar ist, wo die Völker „durch ein
immer engmaschigeres Netz multilateraler Vertragssysteme und
Organisationen aneinander gebunden und auf das je spezifische Regelwerk
festgelegt“ werden. (Manfred Kleine-Hartlage: „Neue Weltordnung“ –
Zukunftsplan oder Verschwörungstheorie?, S. 13) Solche Organisationen
sind die UNO, der IWF und die Weltbank, Nato, Internationaler
Strafgerichtshof usw. und eben die EU, um die bisher hauptsächlichsten
zu nennen.

II. Jean Monnet

Die zweite
der einflussreichsten Gestalten, Jean Monnet, stand ähnlich wie Kalergi
zeit seines Lebens unter dem Einfluss führender britischer und
amerikanischer Kreise. Er war „ein Erfinder und Lenker von Institutionen
einer übernationalen Zusammenarbeit“ und „ein Zentrum (insbesondere)
angelsächsischer Einflussnahme auf dem Kontinent“. (Andreas Bracher:
Europa im Amerikanischen Weltsystem, Basel 2001, S. 81).

Während
des ersten Weltkrieges koordinierte er nach Wikipedia maßgeblich „die
kriegswirtschaftliche Güternachfrage und –logistik der westlichen
Alliierten.“ 1919 findet man Monnet in der französischen Delegation in
Versailles. Von 1919 bis 1923 ist er stellvertretender Generalsekretär
beim Völkerbund in Genf, der – in Versailles gegründeten –
Vorläuferorganisation der heutigen UNO. In den 20er und 30er Jahren ist
er in führenden Stellungen in amerikanischen Banken tätig, gründet auch
selbst in New York eine Investmentbank, die, wie andere amerikanische
Banken auch, Geschäftsbeziehungen mit Hitler-Deutschland unterhielt.

1938
wechselt er wieder in die gleiche Rolle wie im ersten Weltkrieg: Er
beschäftigt sich mit den alliierten Vorbereitungen für den drohenden
Krieg. Nach der deutschen Eroberung Frankreichs 1940 „wird er von
Churchill nach Washington geschickt, um Rüstungseinkäufe zu tätigen.
Dort wird er praktisch in die Regierung übernommen und eine der
entscheidenden Figuren bei dem Unternehmen, ´die Maschine in Gang zu
bringen, die den Krieg gewinnen sollte’“, wie Monnet selbst in seinen
Memoiren schreibt (Bracher S. 83).

Nach dem Krieg gehen auch von
Monnet entscheidende Initiativen zur europäischen Einigung aus. Von ihm
stammt der Plan zur Schaffung einer übernationalen Behörde, die die
Stahlindustrien Westeuropas, also auch Deutschlands verwalten und
kontrollieren sollte. Der Plan wurde 1950 als Schumann-Plan bekannt,
stammte aber von Monnet. Das neue Gebilde, die „Europäische Gemeinschaft
für Kohle und Stahl“, war der entscheidende Keim der heutigen
Europäischen Union. Er war von vornherein als voller Staat angelegt: mit
eine Exekutivbehörde, einem Parlament und einem Gerichtshof. Von 1953
bis 1955 war Monnet der erste Präsident.

1955 gründet er,
teilweise vom CIA finanziert, das „Aktionskommitee für die Vereinigten
Staaten von Europa“. Es „blieb der Öffentlichkeit zwar weitgehend
verborgen, war aber bis zu seiner Auflösung 1975 das wohl wichtigste
Zentrum, von dem aus jenes Unternehmen vorangetrieben wurde, dem sich
Monnet verschrieben hatte: der europäische Einheitsstaat.“ (Bracher, S.
84) So wird Monnet von 1950 bis weit in die sechziger Jahre hinein das
„eigentliche intellektuelle und politische Zentrum der europäischen
Einigungsbemühungen“, wofür er mit dem Titel „Vater eines vereinten
Europa“ bedacht wurde (S. 80). Zwei Bewunderer von Monnet, Merry und
Serge Bromberger, legten in ihrem Buch: „Jean Monnet und die Vereinigten
Staaten von Europa“ seinen Plan dar:

„Allmählich
sollten die supranationalen Behörden, die vom Europäischen Ministerrat
in Brüssel und dem Europaparlament in Straßburg überwacht werden, die
gesamte Politik des Kontinents bestimmen. Der Tag würde kommen, da die
Regierungen gezwungen wären, zuzugeben, dass ein integriertes Europa
eine vollendete Tatsache ist, ohne dass sie bei der Festlegung seiner
Grundlagen auch nur das Geringste zu sagen hätten. Alles, was ihnen noch
bliebe, wäre, ihre sämtlichen autonomen Institutionen zu einer einzigen
Bundesverwaltung zu verschmelzen und dann die Vereinigten Staaten von
Europa zu verkünden.“

Laut Focus 34/ 2010 sagte Monnet:

„Europas
Länder sollten in einen Superstaat überführt werden, ohne dass die
Bevölkerung versteht, was geschieht. Dies muss schrittweise geschehen,
jeweils unter einem wirtschaftlichen Vorwand.“

Dieses Ziel
haben seine Genossen und Nachfolger nie aus dem Auge verloren – bis
heute. Aus den Erinnerungen von Hans-Dietrich Genscher geht hervor,
dass die Fortführung der europäischen Integration zu einem Bundesstaat
zu den Bedingungen der USA für eine Zustimmung zur deutschen
Wiedervereinigung 1989 gehörte. In genau der Linie Monnets liegt
auch, wie Jean-Claude Juncker laut Spiegel 52/1999 seinen EU-Kollegen
die richtige demokratische Vorgehensweise erklärte:

„Wir
beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit
ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine
Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen
wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück
mehr gibt.”

Das Ziel europäischer Bundesstaat war der
europäischen Integrationsbewegung also von Anfang an immanent. Darauf
weist auch das Bundesverfassungsgericht in einem historischen Abriss
seines „Lissabon-Urteils“ vom 30. Juni 2009 deutlich hin:

„Bestrebungen
richteten sich auf die Gründung Vereinigter Staaten von Europa und die
Bildung einer europäischen Nation. Man wollte mit einer Verfassung den
europäischen Bundesstaat begründen. … Der Idee der Verfassung für die
Vereinigten Staaten von Europa standen von vornherein kräftige
nationalstaatliche Orientierungen gegenüber… Mit der Ablehnung der
Europäischen Verteidigungsgemeinschaft und dem Scheitern der
Europäischen Politischen Gemeinschaft wurde deutlich, dass sich der
europäische Bundesstaat nicht direkt verwirklichen ließ. … Über eine
möglichst weitgehende wirtschaftliche Verflechtung über einen
gemeinsamen Markt sollte die praktische Notwendigkeit politischer
Vergemeinschaftung herbeigeführt werden, und es sollten Handels- und
Wirtschaftsbedingungen entstehen, die eine politische, auch außen- und
sicherheitspolitische Einheit dann als allein folgerichtig erscheinen
lassen würden….“

Zu diesen Wirtschaftsbedingungen gehört auch die Einführung des Euro und die Euro-Krise, die, wie in diesem Artikel dargelegt wird, offensichtlich planmäßig herbeigeführt worden ist.

Weitere
Belege bringt ein Video der „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“ vom 4.
Juni 2012 mit dem Titel „Die EU ist nicht Europa, sondern seine
Zerstörung“. Darin wird Jaques Attali, vormals Berater des französischen
Präsidenten Mitterand, zitiert, der „bei den Verhandlungen 1990 dabei
(war), als Bundeskanzler Kohl die Aufgabe der D-Mark als Preis für die
Wiedervereinigung aufgezwungen wurde. Laut Attali soll damals Mitterand
mit einer Wiederbelebung der ´Tripple Entente‘ (Militärbündnis von 1907
zwischen Großbritannien, Frankreich und Russlands gegen Deutschland)
gedroht haben. Im Januar letzten Jahres (also 2011) ließ Attali die
Katze aus dem Sack. In einer Rede über die Eurokrise sagte er, die Krise
sei nicht nur vorhersehbar gewesen, man habe sie sogar bewusst geplant,
um eine starke europäische Haushaltsföderation zu schaffen.

„Alle
diejenigen, die wie ich das Privileg hatten, bei der Abfassung der
ersten Version des Maastrich-Vertrages die Feder zu führen, taten alles,
um sicherzustellen, dass ein Austritt unmöglich wäre. Wir haben einen
Artikel, der (einem Mitgliedstaat) den Austritt erlaubt, absichtlich
´vergessen`. Das war nicht sehr demokratisch. Doch es war eine große
Garantie dafür, die Dinge schwieriger zu machen, damit wir gezwungen
waren, weiter voranzuschreiten´“.

Weiter wird in dem Video
Guiliano Amato zitiert, ehemaliger Vizepräsident des „Europäischen
Konvents“ für eine europäische Verfassung, der in einem Interview mit
„La Stampa“ am 12. Juli 2000 erklärte:

„Deshalb
ziehe ich es vor, langsam vorzugehen und die Souveränität Stück für
Stück zu zerbrechen und dabei plötzliche Übergänge von den nationalen zu
den Befugnissen des Bundes zu vermeiden. (…) Ohne Souveränitäten (der
Einzelstaaten) werden wir keinen Totalitarismus haben. Demokratie
braucht keinen Souverän.“

Er übergeht, dass uns dafür – ohne
einen demokratischen Souverän – der viel größere bürokratische
Totalitarismus der EU aufgezwungen wird, die mit imperialistischen
Weltmacht-Ambitionen den früheren Nationalismus der Einzelstaaten auf
einer größeren Ebene als Europa-Nationalismus nur fortsetzt.

Unverblümt
in dieser Richtung sind die Worte des Briten Robert Cooper, vormaliger
Berater Tony Blairs und jetziger Top-Berater von Lady Catherine Ashton,
der „Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitsfragen“, die er
in seinem Buch „The Breaking of Nations“ (2003) geschrieben hat: „Beim
Umgang mit der altmodischen Sorte von Staaten außerhalb der postmodernen
Grenzen müssen sich die Europäer auf die rauheren Methoden früherer
Zeiten zurückbesinnen: Gewalt, präemtive Angriffe, Täuschung, was immer
auch für diejenigen notwendig ist, die noch in der Welt des 19.
Jahrhunderts gefangen sind, wo jeder Staat für sich existierte. Im
Dschungel muss man sich an die Gesetze des Dschungels halten.“