Nationalhymne des Deutschen Reiches

1841 dichtete der demokratische Patriot Hoffmann von Fallersleben auf der geschichtsträchtigen Nordseeinsel Helgoland den Text für das “Deutschlandlied“. In der umstrittenen ersten Strophe forderte er, territoriale Interessen der zahllosen Dynastien einem einheitlichen Deutschland unterzuordnen. Im ursprünglichen Sinne hat also die erste Strophe rein innenpolitischen Charakter.

Als Melodie wurde die von Joseph Haydn bereits 1797 komponierte Kaiserhymne “Gott erhalte Franz den Kaiser” verwandt.

1918 versuchten die alliierten Siegermächte des 1. Weltkrieges das Lied zu verbieten.
Aber Reichspräsident Friedrich Ebert war es, sie am 11. August 1922 zur deutschen Nationalhymne erhob.

1921 schrieb Albert Matthai unter dem Eindruck des Versailler Friedensdiktats eine 4. Strophe, die bis in die dreißiger Jahre viel gesungen wurde.

Für die Bundesrepublik Deutschland ist weder in der Pseudo-Verfassung (Grundgesetz) noch in einem anderen Gesetz eine Nationalhymne festgelegt.

Mit dem Schreiben vom 29.04.1952 hat der Bundeskanzler Konrad Adenauer den Bundespräsidenten Theodor Heuss gebeten, das Fallersleben-Hayden-Lied (“Deutschland, Deutschland über alles”) als Nationalhymne anzuerkennen, mit der Anregung, daß bei staatlichen Veranstaltungen die 3. Strophe gesungen werden solle

Die deutsche Nationalhymne in der aktuellen Fassung ist die dritte Strophe des Deutschlandliedes (festgelegt durch den Schriftwechsel vom 19. bzw. 23. August 1991 zwischen Bundeskanzler Kohl und Bundespräsident von Weizsäcker, veröffentlicht im Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung Nr. 89/1991 vom 27. August 1991).

Es ist nicht verboten die erste und die zweite Strophe des Liedes zu singen.

Die Nationalhymne des Deutschen Reiches

Komponist: Franz Josef Haydn (1732-1809)
Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

  1. Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt, wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält. Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt – Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt!

  2. Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang, sollen in der Welt behalten ihren alten schönen Klang, uns zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang – Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang!

  3. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, danach laßt uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand – Blüh´ im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland!

Die “vergessene” 4 Strophe(1921):
Deutschland, Deutschland über alles, Und im Unglück nun erst recht. Nur im Unglück kann die Liebe Zeigen, ob sie stark und echt. Und so soll es weiterklingen Von Geschlechte zu Geschlecht: Deutschland, Deutschland über alles, Und im Unglück nun erst recht.